Klaus Ueberreiter, Ursula Tanzella und Felix Cromme
Sonderdruck aus:
von Heimburg – Lemperle
Ästhetische Chirurgie
26. Ergänzungslieferung, September 2011
© Verlagsgruppe Hüthig Jehle Rehm GmbH
Unternehmensbereich ecomed Medizin
86899 Landsberg am Lech
Auszug aus der Originalpublikation
Einführung
Mit der steigenden Zahl von Patientinnen mit Silikonimplantaten zur ästhetischen Brustaugmentation oder –rekonstruktion werden wir mit immer mehr Fällen von Kapselkontrakturen konfrontiert.
In der aktuellen Literatur wird ein großer Bereich für die geschätzte Inzidenz der Kapselkontraktur angegeben. Zwei Jahre nach der Implantation beträgt die Kontraktur-Rate etwa 4 % [15, 21, 23]. Realistisch erscheint eine Inzidenzrate von mindestens 10 % Baker III- und IV-Kapselfibrosen nach zehn Jahren der primären ästhetischen Indikation [10].
Nicht jeder Fall kann durch Kapselresektion und Austausch des Implantats gelöst werden. Die Rezidivrate ist niedriger (10 %) nach totaler Kapsulotomie [10], aber bei einigen Patientinnen führt dies zu einer nicht ausreichenden Abdeckung des Implantats. Alle in der Literatur zitierten Inzidenz- und Rezidivraten unterscheiden sich erheblich in Abhängigkeit vom Studiendesign und vom Beobachtungszeitraum.
Die Oberfläche des Implantats scheint langfristig von eher untergeordneter Bedeutung zu sein. Viele Patientinnen ertragen lieber die Konsequenzen der Kapselkontraktur aus Angst vor einer dramatischen Veränderung des Aussehens oder aus Mangel an finanziellen Möglichkeiten.
Patientinnen
Zwischen Februar 2008 und Dezember 2010 wurden 34 Kapselkontraktur-Patientinnen mit einer Transplantation von autologem Fettgewebe behandelt, das mittels wasserstrahlassistierter Liposuktion gewonnen wurden („BEAULI Methode“).
Alle behandelten Patientinnen wünschten ausdrücklich keine neuen Silikonimplantate, sondern eine endgültige Entfernung. Sie wurden über die voraussichtlichen postoperativen Veränderungen von Erscheinungsbild und Form der Brust sowie den möglichen Volumenverlust informiert. Alle Patientinnen waren gesund und frei von Zuständen, die einer Operation oder Anästhesie entgegenstehen könnten.
Ergebnisse
Von Februar 2008 bis Dezember 2010 wurden insgesamt 34 Patientinnen mit Kapselkontraktur Baker III und IV mit der BEAULI™-Methode behandelt. 12 dieser Patientinnen hatten sich bereits einem vorhergehenden Implantat-Austausch mit Kapselresektion oder Inzision unterzogen. Alle Patientinnen wünschten eine endgültige Entfernung der Implantate.
- Größe der entfernten Implantate: 160–370 ml
- Volumen des transplantierten Fettgewebes (Bruttovolumen):180–320 ml (durchschnittliches Nettovolumen140–240 ml)
- Durchschnittliche Operationsdauer: 81 Minuten (68–115 Minuten)
- Nach-Beobachtungszeit: 3–27 Monate
- Patientenzufriedenheit: alle Patientinnen waren mit dem Ergebnis zufrieden
- Veränderung der Brust zu einem natürlichen, mehr ptotischen Erscheinungsbild
- Zwei Patientinnen erhielten eine zweite Fettgewebs-Transplantation
Diskussion
Mit der BEAULI™ Methode kann den Patientinnen eine sichere und endgültige Alternative zu wiederholten Implantatwechseln und Kapsulotomien zur Verfügung gestellt werden. Obwohl wir in dieser Gruppe nur einen kurzen Nachverfolgungszeitraum dokumentiert haben, wird der autologe Fettgewebs-Transfer inzwischen allgemein als sichere Alternative mit einer langen Erfahrungsgrundlage angesehen. Das BEAULI™ Fettgewinnungs-, Sammel- und Separationssystem stellt eine zeitsparende und effektive Methode für den autologen Fettgewebs-Transfer dar.
Weiterführende Texte:
Alternative zu Silikonimplantaten: Wasserstrahl-assistierter Fetttransfer zum Brustaufbau
BEAULI ™ – eine neue Methode zur einfachen und zuverlässigen Fettzell-Transplantation
Neue Studie zu Eigenfett für Brustvergrösserung
Risiken und Komplikationen einer Brustvergrösserung mit Eigenfett


Eigenfett-Behandlungen
Facebook
Falten-Behandlung
Fettabsaugen
flickr
Medicalblogs
swissestetix HP
Twitter
YouTube
